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Entgegennahme der Festschrift zu seinem 65. Geburtstag durch Prof. Dr. Dr. Harm Klueting (links) am 23. März 2014 im Maternushaus in Köln. Rechts der Verlagsleiter des Aschendorff Verlags in Münster (Westf.), Dr. Dirk Friedrich Paßmann, in der Mitte Dr. Matthias Bürgel, einer der Mitautoren der Festschrift, durch ihn halb verdeckt Dr. Matthias Kordes, durch den Jubilar halb verdeckt Pastor Lic. theol. Hans Janßen, von ihm nahezu ganz verdeckt P. Dr. Paul Oberholzer SJ, alle drei ebenfalls Mitautoren der Festschrift (Photo: Diakon Drs. Ing. Paul Menting T.OCarm).

 

Am 23. März 2014 konnte Professor Harm Klueting seinen 65. Geburtstag feiern. Aus diesem Anlass zelebrierte er als Priester am 23. März 2014, einem Sonntag, um 15.00 Uhr nachmittags in der Katholischen Pfarrkirche St. Pantaleon in Köln ein feierliches Hochamt mit Konzelebranten. Konzelebranten waren Pfr. Dr. phil. Volker Hildebrandt, St. Pantaleon, Pfr. Lic. theol. Hans Janßen, Bad Oldesloe im Erzbistum Hamburg, P. Dr. phil. Paul Oberholzer SJ, Basel, P. Prof. Dr. theol. Dr. phil. Alkuin Schachenmayr OCist, Zisterzienser-Stift Heiligenkreuz in Österreich, Subsidiar Prof. em. Dr. theol. Johannes Stöhr, St. Pantaleon, und P. Prior Antoninus Walter OP, Dominikaerkloster Berlin-Moabit (Subsidiar Msgr. Dr. iur. can. Cesar Martínez, St. Pantaleon, war wegen eines Sterbefalls in seiner Familie kurzfristig verhindert). Die Festpredigt hielt S. E. Weihbischof em. Dr. theol. Klaus Dick, Köln. An die Festmesse schloss sich ein Akademischer Festakt im Maternushaus, dem Hotel und Tagungshaus des Erzbistums Köln, in Köln an. Nach Grußworten von S. E. Weihbischof Dr. theol. Klaus Dick (für das Erzbistum Köln), Prof. em. Dr. phil. Herbert Hömig (als Historiker und langjähriger Kollege in Köln), Mag. phil. Christoph Gnant, Wien (persönlich und für die Österreichische Gesellschaft zur Erforschung des achtzehnten Jahrhunderts), des Präsidenten des Landesarchivs Nordrhein-Westfalen i. R. Prof. Dr. phil. Wilfried Reininghaus (als Erster Vorsitzender der Historischen Kommission für Westfalen), Prof. Dr. iur. Patrick Sensburg MdB (als Bundestagsabgeordneter des Hochsauerlandkreises für das ehem. kurkölnische Herzogtum Westfalen) und Alina Rosenbaum, M. A. (für die Doktoranden und für die Altstipendiaten der Begabtenförderung der Friedrich-Naumann-Stiftung) und nach der Verlesung verschiedener Grußbriefe, u.a. von der letzten Äbtissin des 2013 aufgehobenen Klosters der Armen Klarissen in Köln-Kalk, Sr. M. Benedicta Vögler OSC, Kevelaer, und von der Priorin und den Schwestern des Karmels St. Josef in Innsbruck, durch Frau Rechtsanwältin Christina Mannsky und Frau Studienrätin Ramona Wehry, folgte der Festvortrag von Prof. Dr. theol. Dr. phil. Mariano Delgado, Theologische Fakultät der Universität Fribourg (Schweiz), zum Thema "Islamische Spuren bei Theresa von Ávila und Johannes vom Kreuz".

 

 In der katholischen Pfarrkirche St. Pantaleon in Köln, einer der großen romanischen Kirchen der Stadt: Offertorium (Gabenbereitung) zu Beginn der Eucharistiefeier in der feierlichen Heiligen Messe aus Anlass des 65. Geburtstags am 23. März 2014. In der Mitte Prof. Dr. Dr. Harm Klueting als Hauptzelebrant, links Diakon Winfried Niesen, rechts Diakon Ulf Bettels M. A. Wegen der Fastenzeit tragen Priester und Diakone als liturgische Farbe violett (Photo: Diakon Drs. Ing. Paul Menting T.OCarm).

 

Im Rahmen dieses Festaktes wurde von Prof. Dr. theol. Dr. h. c. Reimund Haas als Herausgeber, von Dr. phil. Dirk Friedrich Paßmann als Leiter des Aschendorff Verlages in Münster und von den anwesenden Autoren eine 850 Seiten umfassende Festschrift überreicht, mit dem Titel:

 

Fiat voluntas tua.

Theologe und Historiker - Priester und Professor.

Festschrift zum 65. Geburtstag von Harm Klueting.

Herausgegeben von Reimund Haas.

Aschendorff Verlag

© 2014  Aschendorff Verlag GmbH & Co. KG , Münster

ISBN 978-3-402-13057-5

 

Nachstehend der Einleitungstext von Reimund Haas mit dem Titel "Ein Liber amicorum" (S. V-XVI der Festschrift): 

 

 

Liber amicorum 

Statt eines Vorwortes und statt einer Einleitung[1] 

Die Festschrift als Sammlung von Aufsätzen aus Anlass eines höheren runden Geburtstags eines Gelehrten, eines Wissenschaftlers und Universitätsprofessors – und nach ihrem Vorbild die Festschrift aus ähnlichem für einen Bischof oder einen anderen höheren Geistlichen, der ja nicht selten vor dem Antritt seines kirchlichen Amtes auch Universitätsprofessor war – ist eine deutsche Erfindung. Von Deutschland aus verbreitete sich der Brauch, dass akademische Schüler ihrem Lehrer und Kollegen dem Fachgenossen wissenschaftliche Abhandlungen widmen und diese in einem Band vereinigen, dem zumeist auch ein Verzeichnis aller Schriften des Geehrten, oft auch eine Liste der von ihm angeregten und betreuten Habilitationsschriften, Dissertationen und sonstigen akademischen Qualifikationsarbeiten und nicht zuletzt eine Tabula Gratulatoria mit den Namen all jener beigegeben wird, die ihren Glückwunsch zum Ausdruck bringen möchten. Von Deutschland aus verbreitete sich auch der Name „Festschrift“ in andere Länder und in andere Sprachen, vor allem ins Englische, wo man Titel wie „Festschrift to commemorate …“ oder „Festschrift in honor of …“ findet. Doch gibt es im Englischen auch den Titel „Essays in honor of …“, im Französischen „Mélanges en l’honneur du …“. Eine Festschrift ist sichtbares Zeichen dafür, dass Wissenschaft und Forschung – genau so wie auch Lehre – kein bloß technischer und bei entsprechender Technik von Apparaten machbarer Vorgang ist, wie er heute von manchen propagiert wird, sondern eminent mit Menschen und ihren ganz individuellen Gegebenheiten und Prägungen und mit den Begegnungen zusammenhängt, die sie im Laufe der Jahrzehnte erfahren haben. 

     Dieses Humanum tritt uns, zum Beispiel, bei der Festschrift für den Philosophen Edmund Husserl von 1929[2] entgegen. Seine Meisterschülerin Edith Stein, der die Habilitation versagt blieb, schrieb am 1. November 1928 an Roman Ingarden:  „[...] [Alexandre] Koyré[3] kam von Freiburg und konnte das Neueste erzählen. Er sei überaus herzlich aufgenommen worden. Husserl wüßte jetzt, wie isoliert er sei, und freute sich besonders über den Besuch alter Schüler. Ihr Beitrag für die Festschrift[4] war zu der Zeit noch nicht eingetroffen, und es sah schon so aus, als würde von den alten Göttingern kaum jemand beteiligt sein. Nun hat Koyré ein Kapitel seines großen Buches über Jakob Böhme[5] zugesagt, und ich habe mich auch entschlossen, den kleinen Versuch, den ich in den Ferien zu diesem Zweck schrieb und der mir erst nicht recht hoffähig schien, angesichts der Sachlage doch noch in eine genehme Form zu bringen.[6] [...] So verspricht doch das Bild noch etwas freundlicher zu werden“.[7]   

     Manchmal tragen Festschriften Titel, die das elementar zum Ausdruck bringen. So hat die 1971 erschienene dreibändige Festschrift für den Historiker Hermann Heimpel – darin der  Husserl-Festschrift von 1929 ähnlich – keinen anderen als nur den Titel „Festschrift für Hermann Heimpel“.[8] In verschlüsselter Form gilt das auch für den Titel der Festschrift „Orbis Scriptus“,[9] der zweiten Festschrift für den Slavisten Dmitrij Tschižewskij,[10] der den Buchtitel „Orbis pictus“ – eigentlich „Orbis sensualium pictus“ – des Jan Amos Comenius (1592-1670) zitiert und diesen von „abgebildeter Welt“ oder „im Bild dargestellter Welt“ in „beschriebene Welt“ oder „schriftlich dargestellte Welt“ umsetzt. Comenius spielt im Werk Tschižewskijs eine Rolle.[11]  Harm Klueting teilt mit Tschižewskij nicht nur den Geburtstag – den 23. März – , sondern war, nachdem er seinen ersten Doktorgrad bei dem 1979 gestorbenen Christiaan Alphonsus van den Berk mit einer slavistischen Dissertation[12] erworben hatte, immer an dessen Werk interessiert.[13]  

     Die Titel von Festschriften für Historiker können fast so etwas wie ein historiographisches Programm sein, so der Titel der Festschrift für Johannes Kunisch – er war der Betreuer von Harm Kluetings erster Habilitation[14] – , „Menschen und Strukturen in der Geschichte Alteuropas“,[15] wie der Titel der Festschrift des Staatsrechtslehrers Klaus Stern, bei dem Harm Klueting Öffentliches Recht hörte – „Der grundrechtsgeprägte Verfassungsstaat“ von 2012[16] – Züge der Signatur eines Lebenswerkes trägt. Manche Titel von Historiker-Festschriften bleiben eher feuilletonistisch-unbestimmt, so der Titel der Festschrift für Max Braubach, „Spiegel der Geschichte“,[17] von 1964. Andere könnten auch der Titel einer Monographie sein wie im Falle der Festschrift für Grete Klingenstein, „Adel im ‚langen‘ 18. Jahrhundert“[18], von 2009,[19] bei der auf dem Titelblatt sogar unerwähnt bleibt, dass es sich um eine Festschrift handelt. In anderen Fällen versucht sich der Titel als gemeinsamer Nenner aller Beiträge der Festschrift zu geben, wie man das bei der Festschrift „Westfälisches aus acht Jahrhunderten. Zwischen Siegen und Friesoythe – Meppen und Reval“ für den Historiker Alwin Hanschmidt von 2007[20] wird sagen können. 

     Bei den Festschriften für theologische Kirchenhistoriker – katholische wie evangelische – ist es ähnlich wie bei den Festschriften für Allgemeinhistoriker. Nur ist hier – nachdem in der katholischen Kirche das Lateinische als Liturgiesprache zwar nicht völlig, aber doch sehr weit zurückgetreten ist – die Liebe zum Lateinischen auffällig. Mit lateinischen Titeln wird daher oft das Hauptforschungsfeld des durch die Festschrift Geehrten zusammengefasst, wozu dann auch oft – wenn nicht alle, so doch die meisten – Beiträge thematisch passen. Beispiele sind die Festschrift „Reformatio Ecclesiae“ für Erwin Iserloh von 1980[21] oder die Festschrift „Ecclesia Militans“ für Remigius Bäumer von 1988.[22] In anderen Fällen lässt der lateinische Titel der Festgabe den Jubilar lediglich als Theologen und als Mann des Glaubens erkennbar werden, so bei der Festschrift „Fides et Pietas“ für Martin Brecht[23] von 2003[24], den Betreuer von Harm Kluetings kirchengeschichtlicher Promotion.[25] 

     Für einen Theologen ungewöhnliche Wege ging die Festschrift für Karl Barth von 1956 mit dem Titel „Antwort“[26] – für jenen Theologen, mit dem sich unser Jubilar während seines Studiums der evangelischen Theologie intensiv auseinandergesetzt hat und dessen vielbändige „Kirchliche Dogmatik“ auch heute noch im Bücherregal hinter seinem Schreibtisch steht. Im Gegensatz dazu zitieren Theologen-Festschriften und zumal Festschriften für Bischöfe ansonsten gern die Heilige Schrift und antworten auf die Fragen eines Gelehrten- oder Bischofslebens mit einem Bibelwort.[27] Das gilt für den Titel der ersten Festschrift für den späteren Papst Benedikt XVI., Joseph Kardinal Ratzinger, von 1987, „Weisheit Gottes – Weisheit der Welt“[28] – ein Zitat nach 1 Kor 1,20f. – , bei dem jedoch auf das Latein verzichtet wurde[29] – für jenen Theologen, der Harm Klueting durch das intensive Studium seiner Schriften als Theologen indirekt zum Ratzingerschüler werden ließ, womit sich die Bände der „Joseph Ratzinger Gesammelten Schriften“ in seinen Bücherregalen vor Barths „Kirchliche Dogmatik“ schoben,[30] so dass ein Besucher sofort in eine Blickachse Ratzinger – Barth eintritt. Die Heilige Schrift zitiert auch der Titel der Festschrift des Erzbischofs von Köln,[31] aus dessen Hand Harm Klueting am 22. Februar 2011 und somit im 62. Lebensjahr die Priesterweihe empfing. Der Titel der Festschrift für Joachim Kardinal Meisner von 2009, der 2 Kor 1,7 zitiert, ist identisch mit dem Motto seines Kölner Erzbischofswappens und lautet „Spes nostra firma“.[32] Doch gibt es auch Kritiker des Festschriftwesens, ja geradezu Festschriftfeinde. Diese meinen, die oft tatsächlich beträchtliche Heterogenität der in den einzelnen Beiträgen behandelten Themata kritisieren zu müssen und nennen Festschriften abschätzig „Buchbindersynthesen“. Wer aber von einer Festschrift die Homogenität eines Aufsatz- oder Tagungsbandes verlangt und etwa – im Falle Harm Kluetings wären solche Themenbände ja denkbar – „Beiträge zur Geschichte des Konfessionellen Zeitalters“, „Beiträge zur rheinisch-westfälischen Kirchen- und Landesgeschichte“, „Beiträge zur Geschichte des kurkölnischen Herzogtums Westfalen“, „Beiträge zur katholischen ufklärung, zum Josephinismus und zur Säkularisation von 1803“ oder „Beiträge zur Edith-Stein-Forschung“ haben möchte, der hat nicht nur die Gattung Festschrift nicht verstanden, sondern verkennt auch das humane, das personale Element in Wissenschaft, Forschung und Lehre, von dem die Rede war. Ein thematisch homogener Aufsatzband ist eigentlich keine Festschrift – kein Liber amicorum – , weil ein Gelehrter, ein Wissenschaftler und Universitätsprofessor, der das 65. oder das 70. Lebensjahr erreicht hat, trotz aller Spezialisierung heutiger Wissenschaft, nicht thematisch homogen ist. 

     Speziell bei Festschriften für Geistliche gibt es dann noch diejenigen, die eine Festschrift mit dem Priesterstand für unvereinbar halten. So gab ein 2013 für die Erzdiözese Köln geweihter Neupriester in einer Zuschrift vom 16. Oktober 2013 dem Verdacht Ausdruck,  dass der Jubilar die Festschrift sozusagen in Auftrag gegeben habe, und ließ wissen, dass „diese Aktion“ für ihn „zu sehr einen Geschmack von Personen’kult’“ habe, „anstatt die Sache, das Reich Gottes [...], hervorzuheben“.  Solche Stimmen – es war eine völlig isolierte Einzelstimme – übersehen, dass eine Festschrift, an deren Spitze eine Predigt steht – in der Festschrift für Harm Klueting die Festpredigt des emeritierten Kölner Weihbischofs Dr. Klaus Dick, gehalten am 23. März 2014 in der Kirche St. Pantaleon in Köln, der ehemaligen Diakonatspfarrei des Priesters Harm Klueting – , Zeugnischarakter – Zeugnischarakter für christlichen Glauben – haben und Dank für gelungenes Leben im Sinne eines von Gott geschenkten guten und glücklichen Lebens zum Ausdruck bringen kann, den die Herausgeber, die Organisatoren und die Autoren der Festschrift und vielleicht auch viele der Gratulanten, deren Namen in der Tabula Gratulatoria aufgeführt sind, stellvertretend für den Jubilar darbringen. Das gilt zumal dann, wenn die Festschrift unter einem Wort wie „Fiat voluntas tua“ als Titel steht. 

     Auch der Titel der Festschrift für Harm Klueting, die entgegen der Mutmaßung jenes Kaplans nicht von dem Geehrten „bestellt“ wurde, sondern auf eine persönliche Initiative des Herausgebers zurückgeht, zitiert – wie der Titel der Festschrift seines Erzbischofs – ein Bibelwort, und zwar mit „Fiat voluntas tua“ (Mt 6,10) – „Dein Wille geschehe“ – die zweite Bitte des Grundgebetes der Christenheit, des „Vaterunser“. Das ist, wie Eingeweihte wissen, ein Wort, das dem Geehrten als Formel seines Lebens deutlich wurde, seit er bei seinen Studien zu Edith Stein[33] auf das „Fiat volutas tua“ in ihrer Schrift „Das Weihnachtsgeheimnis“ von 1931[34] stieß: „Nachfolge ist für Edith Stein das Ernstnehmen der Bitte ‚Fiat voluntas tua’ – ‚Dein Wille geschehe’ – aus dem Vaterunser, das zugleich das ‚non mea voluntas, sed tua fiat’ [Lk 22,42] – ‚Nicht mein Wille, sondern deiner geschehe’ – von Gethsemane ist: ‚Das Fiat voluntas tua! in seinem vollen Ausmaß muss die Richtschnur des Christenlebens sein’“.[35] 

     Blickt man auf seinen Lebenslauf und auf seine Arbeiten, so wird deutlich, dass bei dem Adressaten dieser Festschrift gleichsam alles doppelt ist – aber nicht im Sinne einer gespaltenen Persönlichkeit, nicht im Sinne von Ambivalenz und auch nicht im Sinne eines „Sitzens-zwischen-allen-Stühlen“, sondern im Sinne einer großen Bereicherung. Harm Klueting ist ganz bewusst – und im Wissen um das Spannungsverhältnis zwischen beiden[36] –   Theologe und Historiker, und das nicht nur, weil er sich zweimal habilitiert hat. Er ist mit großer Freude Priester und Professor, er war evangelisch und ist katholisch – ein Weg, der, wie ein wenige Jahre älterer und in der evangelischen Kirche engagierter Archivar und Historiker am 24. Oktober 2013 schrieb, „sicher nicht zu jedem Zeitpunkt von Jedermann verstanden“, aber „in seiner endgültigen Konsequenz [...] zu billigen und zu bewundern“ ist[37] – , er lehrt an zwei Universitäten, 700 Bahnkilometer voneinander entfernt, in zwei verschiedenen Ländern und an zwei ganz unterschiedlichen Fakultäten, einer philosophischen und einer theologischen – seine physische Vitalität macht ihm das möglich. Er feiert täglich die heilige Eucharistie und hält Sonntag für Sonntag eine stets neu erarbeitete Predigt. Seine liebsten Orte sind ihm der Altar – die vielen Altäre in den vielen Kirchen und Kapellen, in denen er zelebriert – , aber dicht gefolgt vom Hörsaalkatheder, vom Seminarraum und vom heimischen Schreibtisch inmitten seiner großen, an die Dimensionen einer kleineren Institutsbibliothek heranreichenden Bibliothek. 

     Seinen Einsatz als Priester bringt die letzte Äbtissin des 2013 aufgehobenen Klosters der Armen Klarissen in Köln-Kalk in einem Brief vom 31. Oktober 2013 zum Ausdruck: „Mit großer Dankbarkeit denke ich an Herrn Professor Klueting, mit welch heiligem Eifer er mit uns die hl. Messe feierte, und das besonders in der schweren Zeit unserer gezählten Wochen vor der Auflösung des Klosters. Er sprach uns das letzte große schmerzliche: Amen!, nachdem er die letzte hl. Messe mit uns feierte, das letzte eucharistische Brot uns reichte und das Ewige Licht gelöscht wurde und die Tabernakeltüren geöffnet blieben“.[38] 

     Dieses „alles Doppelt“ will der Untertitel der Festschrift zum Ausdruck bringen: „Theologe und Historiker – Priester und Professor“. 

     Dieses „alles doppelt“ spiegelt auch die Tabula Gratulatoria. Es stand auch hinter der Auswahl der Autoren und Autorinnen – Theologen und Historiker und unter den Theologen katholische und evangelische, Kirchenhistoriker und Allgemeinhistoriker sowie einige theologisch interessierte Vertreter von Nachbardisziplinen wie der Philosophie, der englischen, der nordischen und der romanischen – leider nicht der slavischen – Philologie, der Kunstgeschichte und der Rechtswissenschaft – , und es steht hinter der bewusst in Kauf genommenen, ja beabsichtigten Heterogenität dieser Festschrift. 

     Den Anfang markiert der theologische Beitrag von Hans Janßen - Konvertit wie der Jubilar und wie dieser von der evangelischen Kanzel zum katholischen Altar übergewechselt und heute katholischer Priester - zum Thema "Martyria - Leiturgia - Diakonie. Über der konsequenten Weg einer Begriffstrias von der evangelischen in die katholische Kirche" - ein Beitrag, der in der Festschrift eines Frühneuzeithistorikers, der Harm Klueting von seiner ersten Habilitation her ist, undenkbar wäre. Es folgen sechs Beiträge zur Theologie- und Liturgiegeschichte sowie zur kirchlichen Kunstgeschichte, von denen einer - Christine Christ-von Wedels Studie "Die historisch-kritische Methode bei Johann Salomo Semler und ihre Vorgeschichte in Humanismus und Reformation" - einen Vertreter der evangelischen Aufklärungstheologie  des 18. Jahrhunderts zum Gegenstand hat. Jürgen Bärsch behandelt „Krankensalbung und Begräbnis im Spiegel der Handpostille des Leonhard Goffiné. Liturgieerklärung in einem ‚Bestseller‘ der Barockzeit“, Benedikt Hampel „‚Leib Christi‘ oder ‚Volk Gottes‘? Zur Geschichte einer neuzeitlichen Kontroverse“, Ralf van Bühren „Raum, Kunst und Liturgie. Praktische Auswirkungen der Liturgiereform auf den Kirchenbau nach dem Zweiten Vatikanischen Konzil“ – Reflexe eines von Harm Klueting in Fribourg wie in Köln mehrfach gehaltenen Hauptseminars „Erstes Vatikanum (1869/70) – Modernismusstreit – Zweites Vatikanum (1962-65)“ – , Eric W. Steinhauer, „Die Palmarianische Kirche. ‚Wilde Volksfrömmigkeit‘ im Kontext des nachkonziliaren Traditionalismus“ und Wilhelm Imkamp „‚Humilioris etiam condicionis hominibus‘. Die ‚via pulchritudinis‘ im Spannungsfeld von Kitsch und ‚emotional design‘. Überlegungen zu einer pastoralen Devotionsästhetik“. Daran schließen sich mit den Arbeiten von Alice Togni, „‚Zu den Sachen selbst‘. Edith Stein und die Phänomenologie Edmund Husserls“, und Jerzy Machnacz, „Edith Stein und Gerda Walther. Vom Atheismus zum Christentum“, zwei Beiträge zur Edith-Stein-Forschung an, die man auch in keiner Historiker-Festschrift suchen würde. 

     Die kirchen-und religionsgeschichtlichen Arbeiten werden eingeleitet von einem Beitrag über Beda Venerabilis – Phyllis Brown, „The Bede Page in a Saxon Manuscript“ – und einem über die Edda – Patrick Guelpa, „Paganisme et christianisme dans le célèbre poème de l’Edda intitulé Völuspa (Prédiction de la Voyante)“ – , der mit den eschatologiegeschichtlichen Interessen des Jubilars korrespondiert. Es folgen acht Beiträge zu einem der Hauptarbeitsgebiete von Harm Klueting, der Geschichte der katholischen Reform, der evangelischen Reformation und des Konfessionellen Zeitalters[39] einschließlich der Missionsräume in Iberoamerika und Ostasien, wobei kirchengeschichtliche und allgemein- bzw. profangeschichtliche Arbeiten bisweilen nicht genau abgrenzbar sind –Michael F. Feldkamp, „Zwischen höfischer Gesellschaft und Devotio Moderna. Die Ritter vom Heiligen Grab zu Jerusalem in der Frühen Neuzeit“, Nelson H. Minnich, „Leo X’s Response tothe Report on the Errors of the Ruthenians“, Alois SchachenmayrOCist, „Katharina von Bora. Eine Zisterzienserin als Luthers Ehefrau“, Nikolaus U. Buhlmann CanReg, „Aufruhr und Laster im Kloster? Schlaglichter aus der Zeit der Reformation im Stift Klosterneuburg“, Kinga Kościńska, „Kardinal Stanislaus Hosius (1504-1579). Seine Wirkung und Bedeutung für die dritte Periode des Konzils von Trient“, Stefan Samerski, „Roma locuta versus Volksfrömmigkeit. Politik und Strategien der Heiligsprechungspraxis im 16. Jahrhundert“, Mariano Delgado, „Die katholische Kolonialmission der Frühen Neuzeit als ‚Transkulturationsprojekt“, und Paul Oberholzer SJ, „Die Identität des legendären Cathay mit China. Die Expedition Bento de Goes SJ als Ausdruck jesuitischen Selbstverständnisses“. Zwei Beiträge gelten der Staatskirchenpolitik im Frankreich Ludwigs XIV. – Widerspiegelung eines von Harm Klueting mehrfach mit großer Resonanz gehaltenen Hauptseminars „Frankreich im 17. Jahrhundert“ – nämlich die Aufsätze von Christina Mannsky, „Die Kirchenpolitik als Pfeiler des Absolutismus am Beispiel der gallikanischen Politik unter Ludwig XIV.“ und von Alina Rosenbaum, „Die Kirchenpolitik Ludwigs XIV. Das Edikt von Fontainebleau“, denen man zeitlich den Beitrag von Robert Rebitsch, „Oliver Cromwell und der erste Englisch-Niederländische Seekrieg 1652-1654. Bemerkungen zum Beginn Cromwellscher Außenpolitik", zuordnen könnte. 

     Harm Kluetings zweites wichtiges Forschungsgebiet – katholische Aufklärung,[40] Josephinismus[41] und Säkularisation[42] – berühren die sechs Beiträge von Dieter J. Weiß, „Franken als Zentrum der katholischen Aufklärung“, Ulrich L. Lehner, „Die Verketzerungssucht der Obskurantisten. Die Feinde der katholischen Aufklärung aus der Sicht ihrer Opfer“, Helmut Reinalter, „Der Josephinismus als aufgeklärter Absolutismus“, Torsten Riotte, „Das Alte Reich, der Kaiser und die ‚Regency-Crisis‘ von 1788/89. Ein anderer Blick auf die Reichspolitik Josephs II.“, Christoph Gnant, „‚Die wirklichen Doktoren dem adelichen Foro zugetheilet werden‘. Vom Ende der akademischen Gerichtsbarkeit der Universität Wien“, und Wolfgang Wüst, „Adel und Kirche in Bayern an der Wende zur Moderne. Eine Standortbestimmung in schwieriger Zeit“. Dabei sind auch hier kirchen- und profangeschichtliche Arbeiten nicht immer genau abgrenzbar. 

     Wenn es in dem Wikipedia-Artikel über Harm Klueting heißt, er „ist ein deutscher Historiker, Theologe, Universitätsprofessor und römisch-katholischer Priester. Seine Forschungsschwerpunkte sind Kirchengeschichte und Allgemeine Geschichte der Frühen Neuzeit. Er hat aber auch Bücher über die Geschichte Westfalens vorgelegt“,[43] so dürfte sich das auf seine Bücher zur Geschichte Westfalens[44] und zur Geschichte des kölnischen Herzogtums Westfalens[45] beziehen, vielleicht aber auch auf sein Buch zur Geschichte der Stadt Medebach[46] und auf seine Beiträge zur Geschichte der Grafschaft Limburg.[47] Das bedeutet aber auch, dass in der ihm gewidmeten Festschrift auch Aufsätze sowohl zur Kirchengeschichte – Reinhard Müller, „‚Beim Vogelschießen und den damit verbundenen Zusammenkünften arten die Pfingstfeierlichkeiten in schlichtweg skandalöse, ausschweifende Trinkgelage aus‘. Zur Situation einiger Pfarreien im Herzogtum Westfalen um das Jahr 1700 nach einem Bericht des Jesuiten Gottfried Sittartz“, Karl Hengst, „Franziskaner und Kapuziner im Dienst von Seelsorge und Schulwesen zu Beginn des 19. Jahrhunderts in Westfalen“, und Jürgen Kampmann, „Bekenntnispfarrer, Archivar und Geschichtsschreiber. Wilhelm Niemöller (1898-1983), Pfarrer der Jakobuskirchengemeinde Bielefeld zwischen Weltwirtschaftskrise (1930) und Wirtschaftswunder (1963)“ – als auch zur allgemeinen und zur Rechtsgeschichte Westfalens bzw. Rheinland-Westfalens im Mittelalter wie in der Neuzeit – Matthias Kordes, „Lateran 1178 und Gelnhausen 1180: Zur nominellen Herrschaftsübernahme Westfalens und des Emscher-Lippe-Raumes durch den Kölner Erzbischof Philipp von Heinsberg“, Markus Beek, „Rückzug der Bahn. Prozess der Streckenstilllegungen bei der Bundesbahn am Beispiel Nordrhein-Westfalen“, und Patrick Ernst Sensburg, „Rheinisch-westfälische Rechts- und Justizgeschichte als Argument für einen starken Justizstandort in Europa“ – nicht fehlen dürfen. 

     Zwei weitere Arbeiten gelten der Kirchengeschichte bzw. dem Staat-Kirche-Verhältnis im 19. Jahrhundert. Das sind die Aufsätze von Herbert Hömig, „Zur Kirchenpolitik des preußischen Kultusministers Altenstein (1817-1840). Die Denkschrift von 1807 – Staat und Religion“, und  Reimund Haas, „‚Erste Ursache des Schlechten ist es, Fürsten, Laien und Protestanten zu haben, die das unverletzliche Recht der Kirche … usurpieren‘. Die oberrheinische Kirchenprovinz im Spiegel einer kurialen Denkschrift des Jahres 1843“. 

     Die Geschichte eines der beiden Orte des akademischen Wirkens des Jubilars, die Universität Köln, nimmt der ein ganz neues Forschungsergebnis präsentierende Beitrag von Edeltraud KluetingT.OCarm, „Das Siegel der Deutschen Provinz der Karmeliten als Vorbild fur das große Siegel der Universität Koln“, die Gegenwart der Erzdiözese Köln, der Harm Klueting als Priester inkardiniert ist, der Beitrag von Josef van Elten, „Strukturreformen im Erzbistum Köln. Betrachtungen zu einem unpopulären Thema“, in den Blick. Hinzu kommt mit Matthias Bürgels Aufsatz „Tridentinische Spuren in Federico Della Valles ‚La Reina di Scozia‘“ von 1595 ein literaturhistorischer Beitrag über literarische Reflexe des Konzils von Trient bei einem italienischen Autor der Zeit. 

     Wenn diese Festschrift pünktlich zum 23. März 2014 erscheinen kann, so ist das einerseits dem Verlagsleiter Dr. Dirk F. Paßmann vom Verlag Aschendorff in Münster zu verdanken, andererseits großzügigen Druckkostenzuschüssen. Dafür gilt der Dank Seiner Eminenz dem Hochwürdigsten Herrn Erzbischof von Köln, Joachim Kardinal Meisner, bzw. dem Erzbistum Köln, dem Landschaftsverband Westfalen-Lippe in Münster und der ChoC-Stiftung Köln sowie einer Ehrwürdigen Mutter Generaloberin eines Frauenordens, die aber ungenannt bleiben möchte. 

     Ungenannt bleiben möchte auch die gelehrte fromme Frau[48], wie sie ein Priester nur in ganz außergewöhnlichen, aber kirchenrechtlich einwandfreien Fällen in seiner Umgebung hat und wie sie auch mit einem Universitätsprofessor ohne jede Verpflichtung zu priesterlicher Lebensweise keineswegs häufig verbunden ist. Ihr und ihrer genauen Kenntnis verdankt die Festschrift die Zusammenstellung der Tabula Gratulatoria sowie des Curriculums vitae und der Bibliographie mit sämtlichen Schriften von Harm Klueting und der Listen der von ihm betreuten Dissertationen und akademischen Qualifikationsarbeiten. Der Herausgeber verdankt ihr die Manuskriptfragmente von Harm Klueting samt der von ihr diesen hinzugefügten Anmerkungen, die in diesen Text, der zugleich Vorwort und Einleitung sein möge, Eingang gefunden haben. 

 

Köln, am Hochfest der Erscheinung des Herrn 2014                             Reimund Haas

 



[1] Unter Verwendung zweier unveröffentlichter Texte von Harm Klueting (gestrichene Passagen aus in gekürzter Fassung publizierten Rezensionen).

[2] Festschrift. Edmund Husserl zum 70. Geburtstag gewidmet. (Jahrbuch für Philosophie und phänomenologische Forschung, Ergänzungs-Heft) Halle/Saale 1929. Unveränderte Nachdrucke als 2. und 3. Aufl. Halle/Saale 1974 und 1989.

[3] „Zur Erinnerung an den vor 40 Jahren gestorbenen Wissenschaftshistoriker und Professor der Sorbonne Alexandre Koyré (Taganrog/Rußland 1892 – Paris 1964)“. – Diese Widmung ist vorangestellt dem Aufsatz von  Harm Klueting, „Entgötterung der Welt durch Gott“ oder Religion im naturwissenschaftlichen Zeitalter. In: Martin Dresler (Hg.), Macht.Wissen.Schafft.Skepsis. MIND Akademie 2004. Tagungsband der 3. MIND Akademie vom 29.10.-1.11.2004 in Darmstadt. Norderstedt 2005, S. 131-154.

[4] Roman Ingarden, Bemerkungen zum Problem „Idealismus-Realismus“. In: Festschrift. Edmund Husserl (wie Anm. 2), S. 159-190.

[5] Alexandre Koyré, La Philosophie de Jacob Boehme. (Bibliothèque d’histoire de la philosophie) Paris 1929, 3e éd. Paris 1979.

[6] Edith Stein, Husserls Phänomenologie und die Philosophie des hl. Thomas von Aquino. Versuch einer Gegenüberstellung. In: Festschrift. Edmund Husserl (wie Anm. 2), S. 315-338.

[7] Edith Stein an Robert Ingarden, 1.11.1928. In: ESGA Bd. 4 (2001), Nr. 123 (S. 197-199), Zitat S. 198.

[8] Festschrift für Hermann Heimpel. Zum 70. Geburtstag am 19. September 1971. Hg. v. den Mitarbeitern des Max-Planck-Instituts für Geschichte. 3 Bde. (Veröffentlichungen des Max-Planck-Instituts für Geschichte, Bd. 36/I-III) Göttingen 1971-72.

[9] Orbis Scriptus. Dmitrij Tschižewskij zum 70. Geburtstag. Hg. v. Dietrich Gerhardt, Wiktor Weintraub und Hans-Jürgen Zum Winkel. München 1966.

[10] Die erste Festschrift hatte den Titel: Festschrift für Dmytro Čyževśkyj zum 60. Geburtstag am 23. März 1954. (Veröffentlichungen der Abteilung für slavische Sprachen und Literaturen des Osteuropa-Instituts [Slavistisches Seminar] an der Freien Universität Berlin, Bd. 6) Berlin 1954.

[11] Dmitrij Tschižewskij (Dmytro Čyževśkyj), Comeniana. In: Zeitschrift für slavische Philologie 19/2 (1947), S. 410-439 und 20/1 (1947), S. 144-164; Ders., Comenius’ Labyrinth of the World. Its themes and their sources. In: Harvard Slavic Studies 1 (1953), S. 83-135. Ferner weitere Beiträge oder Miszellen zu Comenius (Komenský), siehe Schriftenverzeichnis von D. I. Čyževśkyj (1912-1954). In: Festschrift für Dmytro Čyževśkyj (wie Anm. 10), S. 1-34; Hans-Jürgen zum Winkel, Schriftenverzeichnis von D. I. Tschižewskij (1954-1965). In: Orbis Scriptus (wie Anm. 9), S. 35-48.

[12] Harm Klueting, Die niederländische Gesandtschaft nach Moskovien im Jahre 1630/31. Edition der russischen Protokolle und ihrer niederländischen Übersetzungen. Mit paläographischer und sprachlicher Beschreibung. Ein Beitrag zur russischen Kanzleisprache (Prikaznyj Jazyk) des 17. Jahrhunderts. Amsterdam 1976.

[13] Harm Klueting, Der Beitrag Dmitrij Tschižewskijs zur Pietismusforschung. In: Dmytro Čyževskyj, osobnost a dílo. Sborník příspěvků z mezinárodní konference pořádané Slovanskou knihovnou při Národní knihovnĕ ČR, Filozofickým ústavem AV ČR, Slovanským ústavem AV ČR a Ústavem pro českou literaturu AV ČR, 13.-15. Června 2002 v Praze (Proceedings from an international conference organized by the Slavonic Library at the National Library of the Czech Republic and three institutes of the Czech Academy of Sciences - the of the Czech Academy of Sciences – the Slavonic Institute, the Institute of Czech Literature and the Institute of Philosophy, held in Prague, June 13-15 2002). Prag 2004, S. 82-95.

[14] Druckfassung der Habilitationsschrift: Harm Klueting, Die Lehre von der Macht der Staaten. Das außenpolitische Machtproblem in der „politischen Wissenschaft“ und in der praktischen Politik im 18. Jahrhundert. (Historische Forschungen, Bd. 29) Berlin 1986. 

[15] Menschen und Strukturen in der Geschichte Alteuropas. Festschrift für Johannes Kunisch zur Vollendung seines 65. Lebensjahres. Hg. v. Helmut Neuhaus und Barbara Stollberg-Rilinger. (Historische Forschungen, Bd. 73) Berlin 2002. Darin: Harm Klueting, Grafschaft und Großmacht. Mindermächtige Reichsstände unter dem Schutz des Reiches oder Schachfiguren im Wechselspiel von Großmachtinteressen: Der Weg der Grafschaft Tecklenburg vom gräflichen Territorium zur preußischen Provinz (S. 103-131).

[16] Der grundrechtsgeprägte Verfassungsstaat. Festschrift für Klaus Stern zum 80. Geburtstag. Hg. v. Michael Sachs und Helmut Siekmann. Berlin 2012.

[17] Spiegel der Geschichte. Festgabe für Max Braubach zum 10. April 1964. Hg. v. Konrad Repgen und Stephan Skalweit. Münster 1964.

[18] Adel im „langen“ 18. Jahrhundert. Hg. v. Gabriele Haug-Moritz, Hans Peter Hye und Marlies Raffler. (Zentraleuropa-Studien. Österreichische Akademie der Wissenschaften. Philosophisch-historische Klasse, Historische Kommission, Bd. 14) Wien 2009.

[19] Darin: Harm Klueting, Adel im Schatten der Guillotine. Johann Ludwig Ewalds „Was sollte der Adel jetzt thun?“ (1793) (S. 19-30).

[20] Westfälisches aus acht Jahrhunderten zwischen Siegen und Friesoythe – Meppen und Reval. Festschrift für Alwin Hanschmidt zum 70. Geburtstag. Hg. v. Franz Bölsker und Joachim Kuropka. Münster 2007.

[21] Reformatio Ecclesiae. Beiträge zu kirchlichen Reformbemühungen von der Alten Kirche bis zur Neuzeit. Festgabe für Erwin Iserloh. Hg. v. Remigius Bäumer. Paderborn 1980.

[22] Ecclesia Militans. Studien zur Konzilien- und Reformationsgeschichte. Remigius Bäumer zum 70. Geburtstag gewidmet. Hg. v. Walter Brandmüller, Herbert Immenkötter und Erwin Iserloh. 2 Bde. Bd. 1: Zur Konziliengeschichte. Bd. 2: Zur Reformationsgeschichte. Paderborn 1988.

[23] Fides et Pietas. Festschrift Martin Brecht zum 70. Geburtstag. Hg. v. Christian Peters und Jürgen Kampmann. Münster 2003. (Historia profana et ecclesiastica. Geschichte und Kirchengeschichte zwischen Mittelalter und Moderne, Bd. 8).

[24]Darin: Harm Klueting, Der Hausvater als Pfarrer und Bischof (S. 33-42).

[25] Druckfassung der Dissertation: Harm Klueting, Reformatio vitae. Johann Jakob Fabricius (1618/20-1673). Ein Beitrag zu Konfessionalisierung und Sozialdisziplinierung im Luthertum des 17. Jahrhunderts. (Historia profana et ecclesiastica. Geschichte und Kirchengeschichte zwischen Mittelalter und Moderne, Bd. 9) Münster 2003.

[26] Antwort. Karl Barth zum siebzigsten Geburtstag am 10. Mai 1956. Zollikon-Zürich 1956.

[27] Ein Gegenbeispiel ist die Festschrift für den Würzburger Bischof Hofmann: Reichtum des Glaubens. Festgabe für Bischof Friedhelm Hofmann zum 70. Geburtstag. Hg. v. Karl Hillenbrand und Wolfgang Weiß. (Würzburger Diözesangeschichtsblätter, Bd. 74) Würzburg 2012.

[28] non praevalebunt adversus eam. Das Pontifikat Benedikts XVI. (2005-2013). In: Theologisches. Katholische Monatsschrift 43 (2013), Sp. 91-120.Weisheit Gottes – Weisheit der Welt. Festschrift für Joseph Kardinal Ratzinger zum 60. Geburtstag. Im Auftrag des Schülerkreises hg. v. Walter Baier u.a. 2 Bde. St. Ottilien 1987.

[29] Es folgten die Festschriften: Im Spannungsfeld von Tradition und Innovation. Festschrift für Joseph Kardinal Ratzinger. Hg. v. Georg Schmuttermayr. Regensburg 1997; Alla Scuola della Verità. I settanta anni di Joseph Ratzinger. A cura di Josef Clemens e Antonio Tarzia. Mailand 1997.

[30] Über seine Beziehung zu Papst Benedikt XVI. gibt ein unter dem Eindruck des am 11. Februar 2013 angekündigten Rücktritts des Heiligen Vaters verfasster Aufsatz Auskunft: Harm Klueting, Tu es Petrus, et super hanc petram aedificabo ecclesiam meam, et portae inferi

[31] Hingegen ist das „Spiritus et Littera“ im Titel der Festschrift für den Augustinusforscher P. Cornelius Petrus Mayer OSA (Spiritus et Littera. Beiträge zur Augustinus-Forschung. Festschrift zum 80. Geburtstag von Cornelius Petrus Mayer OSA. Hg. v. Guntram Förster, Andreas E. J. Grote und Christof Müller. [Cassiciacum. Forschungen über Augustinus und den Augustinerorden, Bd. 39 = Res et Signa, Bd. 6]) Würzburg 2009 kein Bibelzitat, sondern ein Augustinuszitat: Aurelii Augustini Hipponensis episcopi de spiritu et littera ad Marcellinum liber unus. Doch scheint das „Signum in bonum“ im Titel der Festschrift für den Prälaten Wilhelm Imkamp (Signum in Bonum. Festschrift für Wilhelm Imkamp zum 60. Geburtstag. Hg. v. Nicolaus U. Buhlmann und Peter Styra. [Thurn und Taxis Studien. Neue Folge] Regensburg 2011) Ps 4,6f. [Ps 4,7] zu zitieren: „multi dicunt quis ostendet nobis bona signatum“. In der Festschrift Imkamp: Harm Klueting, Das Recht der menschlichen Person auf religiöse Freiheit. Die Erklärung „‚Dignitatis humanae’ über die Religionsfreiheit des Zweiten Vatikanischen Konzils vor dem Hintergrund von Profangeschichte und Kirchen- und Theologiegeschichte (S. 375-401).  

[32] Spes nostra firma. Festschrift für Joachim Kardinal Meisner zum 75. Geburtstag. Hg. v. Thomas Marschler und Christoph Ohly. Münster 2009. Voraufgegangen war: Dombau und Theologie im mittelalterlichen Köln. Festschrift zur 750-Jahrfeier der Grundsteinlegung des Kölner Domes und zum 65. Geburtstag von Joachim Kardinal Meisner 1998. Im Auftrag des Metropolitankapitels hg. v. Ludger Honnefelder, Norbert Trippen und Arnold Wolff. Köln 1998.

[33] U.a. Harm Klueting, Edith Stein und Dietrich Bonhoeffer. Zwei Wege in der Nachfolge Christi. Leutesdorf 2004; Ders., ‚Secretum meum mihi’. Eine Anmerkung zu Edith Stein. In: Edith-Stein-Jahrbuch 11 (2005), S. 65-75; Ders., Teresia Benedicta a Cruce: Theologie der Kreuzesnachfolge. In: Joachim Kardinal Meisner (Hg.), Edith Stein – Jüdische Christin und christliche Jüdin. Kevelaer 2006, S. 61-95; Ders., Fiat voluntas tua – Nachfolge ohne zu fragen: wohin? Teresia Benedicta a Cruce. In: Edith-Stein-Jahrbuch 15 (2009), S. 185-197. Weitere Arbeiten im Druck.

[34] Edith Stein, Das Weihnachtsgeheimnis. Menschwerdung und Menschheit. In: ESGA, Bd. 19 (2009), S. 2-14. Dazu Klueting, Teresia Benedicta (wie Anm. 33), S. 65, Nr. 2 u. S. 89, Anm. 41.

[35] Ebd., S. 73. Der letzte Satz Zitat aus Stein, Weihnachtsgeheimnis (wie Anm. 34), S. 10.

[36] In diesem Spannungsverhältnis sieht der Jubilar den Kirchenhistoriker als Theologen mit kirchlichem Auftrag, siehe dazu Harm Klueting, Profangeschichte – Kirchengeschichte – Heilsgeschichte: Über die Grenzen von Interdisziplinarität und den kirchlichen Auftrag der Historischen Theologie. In: Karl Josef Wallner OCist (Hg.), Fünf-vor-Elf. Beiträge zur Theologie. (Schriftenreihe des Instituts für Dogmatik und Fundamentaltheologie an der Philosophisch-Theologischen Hochschule Benedikt XVI. Heiligenkreuz, Bd. 2) Heiligenkreuz 2010, S. 247-266.

[37] Dr. Leopold Schütte, Münster, am 24.10.2013.

[38] Brief von Sr. M. Benedicta Vögler OSC, Klarissenkloster Kevelaer, an Dipl.-Theol. Dr. phil. Edeltraud Klueting T.OCarm, Münster, vom 31.10.2013.

[39]Harm Klueting, Das Konfessionelle Zeitalter 1525-1648. (UTB, Bd. 1556) Stuttgart 1989; Ders., Das Konfessionelle Zeitalter. Europa zwischen Mittelalter und Moderne. Kirchengeschichte und Allgemeine Geschichte. [Bd. 1: Darstellung] Darmstadt 2007; Bd. 2: Anmerkungen – Literatur. (Historia profana et ecclesiastica. Geschichte und Kirchengeschichte zwischen Mittelalter und Moderne, Bd. 17) Berlin 2009; Ders., Luther und die Neuzeit. Darmstadt 2011; Ders., Glaubensspaltung – Konfessionsbildung – Konfessionalisierung. Theologische und historische Perspektiven. In: Thomas Brockmann und Dieter J. Weiß (Hg.), Das Konfessionalisierungsparadigma. Leistungen, Probleme, Grenzen. (Bayreuther historische Kolloquien, Bd. 18) Münster 2013, S. 45-65.

[40]Harm Klueting (Hg.), Katholische Aufklärung – Aufklärung im katholischen Deutschland. (Studien zum achtzehnten Jahrhundert, Bd. 15) Hamburg 1993; Ders., The Catholic Enlightenment in Austria or the Habsburg lands. In: Ulrich L. Lehner / Michael Printy (Hg.), A Companion to the Catholic Enlightenment in Europe. (Brill’s Companions to the Christian Tradition, Bd. 20) Leiden/Boston 2010, S. 127-164.

[41]Harm Klueting (Hg.), Der Josephinismus. Ausgewählte Quellen zur Geschichte der theresianisch-josephinischen Reformen. (Ausgewählte Quellen zur deutschen Geschichte der Neuzeit, „Freiherr-vom-Stein-Gedächtnisausgabe“, Bd. 12a) Darmstadt 1995; Ders., Vom aufgeklärten Absolutismus zu den Reformen in Deutschland zu Beginn des 19. Jahrhunderts. In: Helmut Reinalter / Harm Klueting (Hg.), Der aufgekärte Absolutismus im europäischen Vergleich. Wien/Köln/Weimar 2002, S. 331-360; Ders., Die josephinischen Klosteraufhebungen und die Säkularisationsdiskussion im Reich vor 1803. In: Ders. / Wolfgang Schmale (Hg.), Das Reich und seine Territorialstaaten im 17. und 18. Jahrhundert. Aspekte des Mit-, Neben- und Gegeneinander. (Historia profana et ecclesiastica. Geschichte und Kirchengeschichte zwischen Mittelalter und Moderne, Bd. 10) Münster 2004, S. 207-224; Ders., Die Diözesanregulierung unter Kaiser Joseph II. in der österreichischen Monarchie. In: Edeltraud Klueting, Harm Klueting und Hans-Joachim Schmidt (Hg.). Bistümer und Bistumsgrenzen vom frühen Mittelalter bis zur Gegenwart. (Römische Quartalschrift für christliche Archäologie und Kirchengeschichte, Suppl.-Bd. 58) Rom 2006, S. 170-194.

[42]Harm Klueting, Die Säkularisation im Herzogtum Westfalen 1802-1834. Vorbereitung, Vollzug und wirtschaftlich-soziale Auswirkungen der Klosteraufhebung. (Kölner historische Abhandlungen, Bd. 27) Köln/Wien 1980; Ders., Das Ende der alten Klöster. Die Aufhebung der Klöster und Stifte in Westfalen zu Beginn des 19. Jahrhunderts. In: Karl Hengst (Hg.), Westfälisches Klosterbuch. Lexikon der vor 1815 errichteten Stifte und Klöster von ihrer Gründung bis zu ihrer Aufhebung. Tl. 3. (Veröffentlichungen der Historischen Kommission für Westfalen, XLIV, Bd. 2,3) Münster 2003, S. 295-331; Ders. (Hg.), 200 Jahre Reichsdeputationshauptschluß. Säkularisation, Mediatisierung und Modernisierung zwischen Altem Reich und neuer Staatlichkeit. (Schriften der Historischen Kommission für Westfalen, Bd. 19) Münster 2005; Ders., „Der Staat bemächtigt sich mit vollem Recht des ‚angemaßten Eigenthums’ der Kirche: Territorial- und Klostersäkularisation vom 16. bis 19. Jahrhundert. In: Claudio Donati / Helmut Flachenecker (Hg.), Le secolatizzazioni nel Sacro Romano Impero e negli antichi Stati italiani: permesse, confronti, conseguenze. (Annali dell’Istituto storico italo-germanico in Trento. Contributi, Bd. 16) Bologna/Berlin 2005, S. 25-55; Ders., Zweihundert Jahre Reichsdeputationshauptschluß, Säkularisation und Mediatisierung 1802/03 in der Literatur um das Gedenkjahr 2003. In: Historische Zeitschrift 286 (2008), S. 403-417.

[44] Harm Klueting, Geschichte Westfalens. Das Land zwischen Rhein und Weser vom 8. bis zum 20. Jahrhundert. Paderborn 1998.

[45]Harm Klueting (Hg.), Das Herzogtum Westfalen. Bd. 1: Das kurkölnische Herzogtum Westfalen von den Anfängen der kölnischen Herrschaft im südlichen Westfalen bis zur Säkularisation 1803. Münster 2009; Bd. 2: Das ehemalige kurkölnische Herzogtum Westfalen im Bereich der heutigen Kreise Hochsauerland, Olpe, Soest und Märkischer Kreis (19. und 20. Jahrhundert). Münster 2012.

[46] Harm Klueting (Hg.), Geschichte von Stadt und Amt Medebach (Hochsauerland). Medebach 1994. – Dazu der Vorsitzende des Heimat- und Geschichtsvereins Medebach, Norbert Schnellen, per eMail am 13.11.2013: „Herr Prof. Dr. Harm Klueting hat sich als Herausgeber des Werkes „Geschichte von Stadt und Amt Medebach“ um die Medebacher Geschichtsforschung verdient gemacht. Dieses Buch ist heute ein empirisches Standardwerk für die Medebacher Geschichtsschreibung. Der Heimat- und Geschichtsverein Medebach ist Herrn Prof. Dr. Klueting zu großem Dank verpflichtet“.

[47] Harm Klueting, Ständewesen und Ständevertretung in der westfälischen Grafschaft Limburg im 17. und 18. Jahrhundert. Ein Beitrag zur territorialen Verfassungsgeschichte Deutschlands in der Frühneuzeit. In: Beiträge zur Geschichte Dortmunds und der Grafschaft Mark 70 (1976), S. 109-201; Ders., „Daß „Daß sie ein Abspliß von der Grafschaft Mark ist, daran ist kein Zweifel“: Die Grafschaft Limburg vom 13. bis zum 19. Jahrhundert. Mit einem Exkurs über die Anfänge der Freiheit Limburg. In: Jahrbuch des Vereins für Orts- und Heimatkunde in der Grafschaft Mark [Witten] 93/94 (1995), S. 63-126.

[48] Edeltraud Klueting / Harm Klueting (Hg.), Fromme Frauen als gelehrte Frauen. Bildung, Wissenschaft und Kunst im weiblichen Religiosentum des Mittelalters und der Neuzeit. (Libelli Rhenani, Bd. 37) Köln 2010. Darin: Harm Klueting, Die gelehrten Jansenistinnen von Port-Royal (S. 253-272).